Hinter den Mauern des Landgutes verbergen sich Erzählungen aus vergangenen Zeiten, und tatsächlich, könnte das Gemäuer sprechen, würde es wahrscheinlich Gedichte von António Feliciano de Castilho rezitieren.
Es heißt, das Haus habe anfangs der Familie des Dichters António Feliciano de Castilho gehört, dessen Vorfahren es ihrerseits an den Visconte von Seabra weiterverkauften. Der Großvater von Lígia Mexia Leitão, ein alteingesessener Landwirt der Region, erwarb das Gut São Lourenço wiederum aus dem Besitz des Visconte von Seabra. Da der Großvater viele Kinder hatte, beabsichtigte er, in seinem Testament für jedes einzelne ein Haus zu hinterlassen.
Ihre Jugend verbrachte Lígia auf Reisen, als Begleiterin ihres Vaters, der viel unterwegs war. Von Beruf her Richter, blieb diesem wenig Zeit an ein- und demselben Ort. Die Quinta de São Lourenço war jedoch im Grunde genommen, die einzige Anlaufsstelle, die sie besaßen und so kehrten sie nach jeder Reise dorthin zurück. Später, nach dem Tod des Vaters, suchte Lígia nach Mitteln und Wegen, sich nicht von dem Haus trennen zu müssen. Trotz ihrer bewegten Jugend verband sie mit dem Haus all ihre Erinnerungen.
Nachdem sie 1989 den Anteil des Bruders erworben hatte, fand sie einen Weg, das Haus umzubauen, wobei der Originalstil beibehalten wurde.

Die Quinta de São Lourenço, von dem ursprünglichen Namen "da Lage", benannt nach dem kalkhaltigen Boden auf dem das Haus steht. Der portugiesische Baustil des 18.



Jahrhunderts zeigt sich in der Architektur und den Details der Fassade.
Im Lauf der Zeit wurden an dem Haus Renovierungsarbeiten vorgenommen, die einige Änderungen des Original mit sich brachten. Es ist bekannt, daß der Visconte von Seabra - ein Rechtgelehrter und Politiker, der von 1798 bis 1895 lebte - sich auf das Landgut zurückzog, um dort das bekannteste seiner Werke, namentlich das bürgerliche Gesetzbuch Portugals, auszuarbeiten. Das Gesetzbuch war übrigens von solch origineller und moderner Machart, das es von 1867 bis 1966 in Kraft war.
Es ranken sich viele Erzählungen um das Haus sowie um die Diskussionen, die anläßlich der polemischsten Stellen des Gesetzbuches stattgefunden haben sollen. Erzählungen, die die Neugierde und die Ehrfurcht von Historikern der Rechtswissenschaften hervorrufen
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